Der Runner im Rundown

Ein Rundown kann aus zwei Gründen zustande kommen. Entweder der Läufer hat einen Fehler gemacht, oder der Coach hat einen Rundown als taktische Variante in der Offense gewählt, z.B. bei einer 1-3-Situation, wo sich der Läufer an eins in einem Rundown verwickeln lässt, um so zu ermöglichen, dass Läufer an 3rd base punktet.

In beiden Fällen sollte der Läufer sich nicht einfach opfern, sondern versuchen entweder das nächste Base zu erreichen, oder wenigstens den run down so lange wie möglich in die Länge zu ziehen. So erhöht sich auf jeden Fall die Chance, dass die Defense einen Fehler macht und der Läufer safe ist.

Häufig sieht man vor allem in Rundowns die aus Versehen zustande kommen, dass der Läufer zu früh aufgibt oder aus ist weil er sich falsch verhält, nicht etwa weil die Defense eine gute Leistung gebracht hätte.

Gerade der Rundown ist eine der schwierigsten Situationen für die Verteidigung. Das liegt zum einen daran, dass er grundsätzlich in seiner Schwierigkeit unterschätzt, und darum nicht trainiert wird, zum anderen ist ein hohes Maß an Kommunikation zwischen den Spielern erforderlich, das häufig fehlt. Diese Schwierigkeiten sollte man sich als Läufer in Erinnerung rufen.

Egal wie groß der Fehler war, der mich in diese Situation gebracht hat, es gibt auch gegen gute Teams immer wieder Chancen sogar einen Vorteil daraus zu ziehen.

Was ist beim Verhalten im Rundown zu beachten?

  1. Die allererste Reaktion sollte nicht die der Überraschung sein. Für Zögern gibt es in dieser Situation keine Zeit. Wie so oft in unserem Sport ist es erforderlich, sich sofort an die gegebenen Umstände anzupassen.
  2. Sobald die Defense den Ball hat und das Spiel auf den Läufer zwischen den Bases macht, muss er sich für eine Richtung entscheiden. Um immer gleich gute Bewegungsmöglichkeit in beide Richtungen zu haben, muss die Position des Runners, sobald er stehen bleibt, balanced sein, mit dem Gewicht gleichmäßig verteilt auf beiden Beinen.
    Der Körperschwerpunkt ist tief, ähnlich wie beim Fielden.
  3. Bei den Richtungswechseln sollte man nie so stoppen, dass der Feldspieler einem frontal gegenüber steht. Die Füße sollten sich dagegen wie beim lead parallel zur Base line oder auf der Base line befinden.
    Andernfalls wäre für einen Richtungswechsel eine zeitraubende 180 Grad Drehung erforderlich.
  4. Sobald der Läufer sich entschieden hat, in eine bestimmte Richtung zu laufen, muss er den Feldspieler auf den er zuläuft genau beobachten, um herauszufinden, ob und wann er den Ball von seinem Mitspieler fangen wird.
    Darüber gibt zum einen die Körperhaltung Aufschluss. Kurz vor dem Fangen wird sich der Spieler in entsprechender Weise positionieren. Zum anderen kann man das an den Augen erkennen. In der Augenpartie kann man auch bei guten Spielern, die ihre Körperhaltung absichtlich unbeteiligt erscheinen lassen, den Zeitpunkt erkennen, indem der andere Spieler den Ball los lässt.
    Dies ist auch der beste Zeitpunkt, um die Richtung zu wechseln: wenn der Ball LOSGELASSEN WIRD. Warte ich erst auf den Catch und ändere dann die Laufrichtung hat es die Defense einfach.
    Ist der Läufer sicher, dass der Feldspieler keinen Ball erwartet, ist wahrscheinlich hinter ihm ein Fehler passiert und sollte versuchen so schnell wie möglich durch einen dive das Base zu erreichen.
  5. Immer tief bleiben, so ist ein Wechsel der Laufrichtung schneller möglich.
  6. Folgt der Coach einer agressiven Offensiv-Philosophie wird er wollen, dass der Läufer versucht das nächste Base zu erreichen. So wird aus dem Fehler, den der Läufer begangen hat eventuell ein Vorteil gezogen. Man kann davon ausgehen, dass der Runner bei einem eingespielten defensive Team kaum eigentlich keine Chance haben sollte. Wenn man sich also schon ausmachen lässt, so wenigstens am vorderen Base, wo die Möglichkeit eines Vorteils besteht, falls die Defense einen Fehler macht.

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