Einführung im Bereich Athletics

Zur Einführung des Bereichs „Athletics“ möchte ich zunächst all diejenigen, die solch eine Seite ins Leben gerufen haben, zu ihrer Idee und ihrem Einsatz beglückwünschen.
Der zentrale Gegenstand der allgemeinen Trainingslehre des Sports ist die strukturelle Beschreibung und Forschung an der sportlichen Leistung und ihrer trainingsmethodischen Herausbildung.
Unter sportlicher Leistung versteht man – oberflächlich gesehen – das Ergebnis bestimmter Handlungen, z.B. das Spiel Deutschland gegen Österreich 3:0. Diese Leistung bekommt aufgrund gesellschaftlicher Normen einen gewissen „Wert“.
Trainingstheoretisch und pädagogisch gesehen dürfen wir aber unter Leistung nicht nur das Ergebnis akzeptieren, sondern müssen insbesondere den Handlungsakt des Leistens berücksichtigen. Damit rückt die gesamte Persönlichkeit des Leistenden mit ihren Fähigkeiten, ihrer Bereitschaft und ihrer gesellschaftlichen Abhängigkeit in den Vordergrund.
Somit ist sportliche Leistung die Einheit von „Vollzug der Leistung“ und von „Ergebnis“ einer sportlichen Bewegungshandlung bzw. Handlungsfolge, und zwar gemessen und bewertet an einer bestimmten gesellschaftlichen Norm.
Wesentlich für die Leistungsbestimmung, die Leistungsdiagnostik und systematische Entwicklung der Leistung im sportlichen Training ist die Leistungsstruktur.

Die sportliche Leistung lässt sich in eine Vielzahl einzelner Fähigkeiten und Bedingungen „zerlegen“ bzw. strukturieren. Diese einzelnen Komponenten dürfen nie isoliert gesehen werden, sie stehen stets in engem Zusammenhang zueinander und führen nur in ihrer Gesamtheit – wobei akzentuelle Gewichtung möglich und teils auch notwendig ist – zur eigentlichen Leistung.

Wenn die Leistung im sportlichen Wettkampf zum tragen kommen soll, so umfasst der lange Weg zur Wettkampffähigkeit auf der einen Seite die gesamte Zeit der motorischen, sensorisch-kognitiven, psychischen und sozialen Reifung, Prägung und des Lernens, auf der anderen Seite die des planmäßigen Trainings. Beide Ebenen, die menschliche Entwicklung und die trainingsabhängige Anpassung, sind von sogenannten genetischen Bedingungen abhängig, wobei auch berücksichtigt werden muss, dass diese „Ebenen“ nicht unbedingt als zeitliche Abfolge zu verstehen sind, sondern sich ständig durchdringen und überlappen.

Technikschulung und Konditionsschulung stehen in einem dialektischen Wechselverhältnis zueinander; eine optimale Leistungssteigerung kann nur erwartet werden, wenn beide Aufgaben in ausgewogenem Anteil – selbst beim Anfänger – beachtet werden.

Die Leistung, die ein Sportler in seiner Disziplin erbringt, hängt von einer Reihe bedeutsamer Faktoren ab.
Talent stellt natürlich eine Voraussetzung zur Erreichung guter und sehr guter Leistungen dar.
Der Talentierte verfügt über Eigenschaften, die in der Sportart für solche Leistungen notwendig sind. Dabei genügt das Vorhandensein einer einzigen Eigenschaft.
Vielmehr erscheint jedoch eine optimale Kombination der leistungsbestimmenden Faktoren erforderlich, denn das Vorhandensein von Talent garantiert noch lange keine positive Leistungsentwicklung. Diese ist nur zu erreichen, wenn der Sportler zusätzlich die entsprechende Motivation für die Sportart mitbringt bzw. gewinnt und durch die Coaches angemessen gefördert wird. Die Technik-Coaches fördern das Talent und lehren die softball-typischen Bewegungsabläufe sowie die Taktik des Spiels. Ich als „Athletics“-Coach setze mein Augenmerk auf die konditionellen Fähigkeiten der Spielerinnen. Hierbei ist es mein Ziel, das Leistungsniveau des gesamten Teams anzugleichen und zugleich die individuelle Spielerin je nach Position und körperlicher Veranlagung zu trainieren.
In der Märzausgabe geht es los mit den ersten Trainingseinheiten.

Selma Dilek Babayigit


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