Flyballs lesen

Wie viele Spiele werden durch falsches Baserunning verloren? Bestimmt viele. Wie oft wird falsches Baserunning erkannt? Nicht so oft. Wie oft wird aber Baserunning trainiert? Meistens viel zu wenig.
Baserunning trainieren heißt nicht vier Runden auf den Bases laufen. Im besten Fall aber ist das, was eigentlich am Ende vom Training passiert. Baserunning ist eine richtige, entscheidende, schwierige Fertigkeit, die eine Priorität für alle Coaches und Teams sein muss, deren Ziel der konstante Erfolg ist.

Unter den schwersten Entscheidungen für einen Baseläufer ist die Reaktion auf ein Fly-ball im Outfield. Dabei braucht er Timing, Entschlossenheit und genaue Richtlinien seitens des Coaches.
Die Philosophie hinter Baserunning kann natürlich nicht immer gleich sein, das heißt, jeder Coach entscheidet, was für eine Verhaltensweise und Haltung die Läufer im Spiel haben sollen – mehr oder weniger Aggressivität und Risiko – Hauptsache ist aber, dass die Spieler das vor dem Spiel erfahren und dass sie im Training schon hören und üben!
All zu oft sieht man Situationen und Reaktionen im Spiel, die völlig neu klingen. Wir sollten nie eine goldene Regel vergessen: NIE ETWAS VERLANGEN, WAS FRÜHER NICHT GEÜBT WURDE.

Hier können wir also die wichtigsten Situationen zusammenfassen, wir haben natürlich immer weniger als 2 Aus:

1. Läufer auf 1B
a. Flyball im Right Field

  • der Läufer nimmt einen großen Lead und bleibt 1/3 bis zur Hälfte der Baseline weit entfernt vom Base, je nachdem wie tief der Hit ist. Er dreht sich Richtung Outfield und sieht den Ball. Sobald der Ball vom Outfield berührt wird, kehrt er zurück und versucht immer einen Dive-back zum Base, um den Wurf (eventuell das Overthrow) vom Outfielder auf sich zu provozieren
  • Sollte es einen Fehler geben, dann ist der Baseläufer schon weit genug, um 2B zu erreichen

b. Flyball im Centerfield/Left field

  • Dasselbe, die Situation eines Wurfes ist aber weniger häufig.
    Den Rückwurf der Infielder nicht unterschätzen!

2. Läufer auf 2B
a. Flyball im Right Field

  • wenn der Hit KURZ ist, dann nimmt der Läufer den Lead und bleibt weg vom Base bis zum Catch. Dann versucht er mit einem Dive zurückzukommen – wir wollen auch in diesem Fall einen Überwurf
  • wenn der Hit tief ist, oder der Outfielder fängt den Ball out of balance, Richtung Foul Line, dann kommt der Baseläufer zurück auf 2B und bereitet sich vor für das Tag-up Play. Er schaut und entscheidet selber. Beim Sliding auf 3 bleibt er immer auf der vom Dritten Baseman abgewandten Seite.

b. Flyball im Centerfield und Left field

  • normalerweise ist es sehr schwer ein Tag-up zu machen – deswegen bleibt der Läufer so lang wie möglich weg vom Base und kommt beim Diving zurück.

Im Falle eines Fielding-Fehlers ist der Baseläufer schon unterwegs zum nächsten Base.

3. Läufer auf 3B
Wir wollen immer ein Tag-up Play. Der Läufer kommt auf alle Fälle zurück zum Base, dreht sich in die Richtung des Balles und schaut. Bei der allerersten Berührung des Balles mit dem Handschuh des Outfielders läuft er Richtung Home.
Natürlich spielen eine große Rolle:

  • die Anweisungen des Coaches
  • die Entfernung des Outfielders
  • der Arm und die Technik des Outfielders

Im Falle eines unmöglichen Tag-ups wollen wir immer ein Fake-Tag-up machen, um eine Reaktion/Überwurf der Defense zu verursachen.

TIPP: Die verschiedenen Verhaltensweisen, die wir hier beschrieben haben, sollen schrittweise gelernt werden. Bei Baserunning-Übungen sollen wir zuerst die verschiedenen Situationen isolieren, erstens „trocken“ üben, dann mit geschlagenen Bällen und den Reaktionen der Defense, und erst am Ende mit Wiederholübungen und spontanen Spielsituationen, bei denen alles zusammen wiederholt wird.


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