Getting in the box

… oder: how to be ready at the plate.

Wie sollte man eigentlich in die Box gehen? Oder was ist daran so Besonderes, dass man hierzu etwas anderes tun müsste als lediglich über die weiße Linie an die Platte zu treten?

Das wird sofort klar, wenn man sich überlegt, was danach passiert – der Pitcher wird den ersten Pitch werfen.
Wenn ich also die Box betreten habe, muss ich bereit sein zu schlagen, also voll konzentriert. Viel Zeit zur geistigen oder körperlichen Vorbereitung bleibt einem nach dem Schritt über die Linie nicht mehr.

Wie man sich vorbereitet auf sein At Bat und wann man damit anfängt ist eine ganz individuelle Sache und führt zurück zu einem Thema das auf unserer web site bereits im Bereich Mentales behandelt wurde: die Routines.

Sie sind dazu da, um uns in Stresssituationen etwas zu geben, zu dem wir zurückkommen können und uns so in die Lager versetzt, auch unter Druck noch gute Leistungen zu bringen. Eine Routine kann aber nur hilfreich sein, wenn wir sie immer benutzen, sodass wir daran gewöhnt sind wenn es schwer wird. Denn gerade das ist das Beruhigende wenn das Spiel uns plötzlich aus den Händen zu gleiten droht: zurück zu etwas Bekanntem.

Beim Hitting ist des getting in the box nur der letzte Schritt einer Vorbereitungsphase auf den vor einem liegenden Pitch.

Aber wann fängt ein At Bat überhaupt an?
Auch das hängt von jedem selbst ab. Manche beginnen mit der Vorbereitung wenn noch 3 Schlagleute vor ihnen dran sind, manche bei 2 Hitter vor einem, andere erst im on deck circle oder wenn sie ihre Keule greifen, oder die Batting gloves anziehen.

Nachdem für einen selbst das At Bat begonnen hat, muss die ganze Konzentration sich darauf beziehen. Das bedeutet nicht, dass ich durchgehend für 5 min den Pitcher anstarre, da ein Mensch sich nicht endlos auf eine Sache focusieren kann, ohne die Konzentration dann zu verlieren. Gemeint ist aber, dass wir nichts mehr tun, das uns von unserer Mission hitting abbringt.
Wichtigste Sache: inhale – exhale!
Die richtige Konzentration, die uns entspannt, aber dennoch ready to go sein lässt, lässt sich durch bewusstes und tiefes Ein- und Ausatmen erreichen. Wer sich mal eine Weile nur auf seinen Atemrhythmus konzentriert hat, merkt, dass er gar keine Gedanken mehr an den Druck der Situation verschwenden kann.

PHASE I: Visualiziation
Vor der Zeit im on deck circle bietet es sich an, sich selbst erfolgreich beim Schlagen zu sehen. Vielleicht erinnert Ihr Euch an bestimmte Momente, in denen Ihr besonders gut geschlagen habt oder wo Ihr Euch sehr gut an der Plate gefühlt habt. Hitting ist nicht nur Technik, sondern auch ein Gefühl von Selbstsicherheit in der Box. Wenn wir dieses Gefühl in uns durch Visualisierung wieder erzeugen könne, geben wir uns selbst eine bessere Chance für ein gutes at bat.
Teammates die uns dabei stören können wir vermeiden, indem wir etwas abseits auf unseren Einsatz warten und so nicht angesprochen werden, oder indem wir sie einfach darauf hinweisen was wir tun. Sie werden sich nach einiger Zeit daran gewöhnen.

PHASE II: Timing the pitcher
Wenn man dann im on deck circle steht, sollte man die Zeit nutzen, um den Pitcher zu timen. Wenn man das lieber vor der Visualisierung macht, kann man Timing und visualization auch einfach in ihrer Abfolge tauschen. Beim Timen der Pichterin sollte man auch so viele Informationen wie möglich über ihre Bewegung und Eigenarten sammeln: Release point, speed, hat sie einen change-up oder breaking pitch, was hat sie mit 2 Strikes geworfen, etc.
Manche Coaches warnen davor im on deck circle noch warm-up swings zu machen, da der Catcher auf gutem Niveau oft den Swing beobachten und man so verrät, wo man den Ball gerne hätte. Das kann man aber verhindern, indem man einfach nach Pitches mit verschiedenen locations schwingt, also swings macht für low in, low out und high in.

PHASE III: Have a plan and commit to it!
Ist man dann an der Reihe nimmt man das Zeichen vom Coach bevor man in die Box tritt. Danach sollte man kurz darüber nachdenken, was man tun muss, um dieses Zeichen gut auszuführen. Man macht sich also einen plan to execute. Das können technische Sachen sein oder auch der Gedanke, nur einen outside pitch zu schlagen, mit Läufer an 2 zum Beispiel.
Hat man diesen Plan gemacht, muss man sich entschließen sein ganze Energie nur in den nächsten Pitch zu legen, um das Zeichen gut auszuführen.
Stichwort: commit to your plan.

PHASE IV: Trust your plan!!!
Das ist vielleicht die schwierigste Phase. Seinem Plan zu vertrauen heisst, mit dem Schritt in die Box alles Denken auszuschalten, nicht zu zweifeln an den eigenen Fähigkeiten, zu vertrauen auf das Training was hinter einem liegt, auf den Plan den man soeben gemacht hat und nur noch auf den nächsten Pitch zu reagieren.

Ein berühmter Baseball Coach hat mal gesagt: „You can`t think and hit at the same time!“

Ausserhalb der Box dürfen wir also denken und intelligent sein. In der Box dagegen ist „Dummheit“ angesagt, denn nur mit einem gedankenentleerten Kopf lässt sich richtig reagieren. Bestimmt geht es Euch auch so: bei Euren besten Hits könnt Ihr Euch nicht mehr daran erinnern wie ihr den Ball getroffen habt, es ging einfach von selbst!

Tja, wie erreicht man aber diesen Zustand des Nicht-denkens und der Zweifel?
Dafür kann ich natürlich nur einige Tipps geben. Was für einen selbst funktioniert muss man durch Ausprobieren herausfinden. Auch muss nicht zu jeder Zeit dasselbe klappen.

Einige Möglichkeiten, die ich beim Oster-Trainingslager der Nationalmannschaft von unserem berühmten Psychologen Ken Ravizza bekommen habe:
– Wenn man einen Fuß in der Box hat hält man seinen Schläger vor sich und konzentriert sich auf einen bestimmten Punkt, z.B. eine Ecke vom Logo oder einem Buchstaben. Dann atmet man tief ein und beim Ausatmen entlässt man alle Gedanken in diesen Punkt. Dabei entspannen sich auch die Muskeln und man bekommt die nötige Lockerheit.
– Man denkt nur noch an ATTACK THE BALL! Oder EXPLODE!
– Hat man technische Probleme beim Hitting keep it simple, d.h. nimm nur eine Sache auf die Du Dich konzentrieren möchtest.
– Für ganz besondere Fälle, in denen die Person es nicht schafft, den Kopf frei zu machen, hat Ken empfohlen ein Lied zu singen während man in der Box steht bis zum Kontakt mit dem Ball. Das ist natürlich nicht für jeden das richtige, besonders wenn man bereits Probleme hat sich zu konzentrieren.

Wie gesagt, eine gute Routine in der Offense gewinnt man nicht von heute auf morgen und durch einiges Ausprobieren werdet Ihr bestimmt einen guten Weg finden, um beim Step in the box bereit zum Schlagen zu sein.

Wer mehr und Genaueres darüber und andere Aspekte des mental games of Softball/Baseball wissen möchte, sollte sich unbedingt das Buch „The Mental Game Of Baseball“ von Ken Ravizza kaufen. Es ist wirklich leicht verständlich und spannend geschrieben.


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