Getting ready

Wer von Euch hat ein Spiel im ersten Inning verloren? Wer kennt den Satz: „Schade, wäre nicht das erste Inning gewesen…“? Sicherlich viele, wenn nicht alle, oder?

Was bedeutet das? Eigentlich, dass die Spieler oft nicht wissen, wie sie sich vorbereiten sollen und sie werden genau im ersten Inning einfach überrascht.
Was gehört zur Vorbereitung? Was meinen wir damit?
Sicherlich nicht das Aufwärmen – obwohl man viel auch darüber sagen könnte! – sondern vielmehr das geistige „bereit sein“, das uns erlaubt zu spielen, wie wir es wirklich können.

Wann und wie beginnt die Vorbereitung?

1. VOR DEM TAG
Eigentlich denkt ein guter Spieler an das Spiel nicht erst an demselben Spieltag, sondern viel früher, wenigstens am vorigen Abend. Wie?
Je nach Erfahrung und Position ändert sich die Intensität der Vorbereitung, d.h. ein Catcher oder ein Pitcher werden einiges analysieren, wie z.B. Stats und Score-sheets und werden versuchen im voraus eine Strategie zu planen.
Im allgemeinen sagen wir, dass die Vorbereitung jedes Spielers sich auf die positive Einstellung und auf die beste Leistung konzentrieren muss.
Eine Technik ist die Visualisierung. Unsere Erinnerungen sind wie in einem Film verbunden. Wir sind aber selber die Regiesseure und können Szenen und Situationen auswählen, die in uns positive Gefühle erzeugen. Am vorigen Abend – wenn möglich auch ein paar Tage vor dem Spiel – suchen wir die besten Szenen unserer Spielkarriere aus und verbinden wir sie in dem schönsten Film, den wir gesehen haben, wo wir definitiv die Protagonisten sind.
Spielen wir diesen Film mehrere Male, in Ruhe und mit geschlossenen Augen und versuchen wir die Situationen zu rekonstruieren, dieselben positiven, aufregenden Gefühle zu erleben und die erfolgreichen Entscheidungen und Durchführungen zu genießen. Mit so einem Gefühl müssen wir am folgenden Tag das Feld betreten.

2. AM VORABEND
Ein kleines, nicht zu übersehendes Detail ist die Vorbereitung der Spieltasche.
Die gebrauchte Zeit ist irgendwie zu genießen und zeigt Sorge und Aufmerksamkeit auch für die kleinsten Details. Das Resultat ist eine gewisse Sicherheit und ein Gefühl von Entlastung.

3. ZUM FELD
Die Strecke zum Feld kann verschiedene Länge haben: es gibt einen kleinen Unterschied, ob man auswärts oder zu Hause spielt, aber das Prinzip ist ziemlich gleich.
Jeder wird etwas anderes brauchen: einige hören gerne Musik – und es gibt mehrere Sorten je nach Geschmack: einige fühlen das Bedürfnis die Anspannung und die Anregung vor dem Spiel zu steigern, andere dagegen brauchen Entspannung und Meditation, um zu sich selbst zurückzukommen. Hauptsache jeder Spieler tut etwas, was ihm zu Hilfe kommt und nicht schadet.
Der Zweck ist jedoch für alle einen Zustand zu erreichen, wobei die Kontrolle über sich selbst und seinem Potential erlangt wird und die Leistung dadurch erleichtert wird.

4. AM FELD
Jedes Team hat natürlich seine Routine, seine Zeiten und seine Übungen, die der Philosophie des Coaches und den Bedürfnissen des Teams selber entsprechen.
Was wir hier unterstreichen wollen, ist aber die individuelle Arbeit, die im Lauf des Aufwärmens erzielt werden soll.

  1. Wahrnehmung der körperlichen Funktionalität
  2. Wahrnehmung vom Team als unterstützende Nebenwelt
  3. Aufmerksamkeit auf Zeichen, Entscheidungen, Situationen
  4. Recalling von den Fundamentals und den Grundreaktionen durch die Routine-Arbeit
  5. Erhöhung der Spannung bis zur Aggressivität und Entschlossenheit im Spiel
  6. Klarheit der eigenen Ziele – Einzelziel und Teamziel des Tages und Planung einer Grundstrategie, um die Ziele zu erreichen.

Wichtig ist zu erinnern, dass kein gutes Spiel möglich ist ohne gutes Training. Demzufolge ist kein mentaler Aspekt im Spiel gut vorbereitet, wenn es nicht schon im Training passiert.
Die Reihenfolge von kleinen Aktionen, die wir aufgelistet haben, gilt also auch für die tägliche Arbeit, denn erst mit einer echten Automatisierung dieser Mechanismen ist es möglich auch große Ziele zu erreichen.


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