Leistungsbestimmende Faktoren I

Die Leistung, die ein Sportler im Softball erbringt, hängt von einer Reihe bedeutsamer Faktoren ab. Im letzten Beitrag habe ich kurz Talent angesprochen. Zu dem kommen als Leistungsbestimmende Faktoren die Kondition, die Technik, die Taktik sowie sportliche Form u.v.m auf die ich nach ich nach eingehen werde.

Die Kondition umfasst zunächst den physischen Trainingszustand des Sportlers.
Weiter umfasst die Kondition den psychischen Trainingszustand des Sportlers wie Einstellung zum Training, Anstrengungsbereitschaft, Willenskraft, Motivation u. ä.

Der physische Trainingszustand hängt vom Ausprägungsgrad der konditionellen Fähigkeiten ab, d.h. vom Entwicklungsniveau der Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Dabei ist festzustellen, dass es die Kraft, die Ausdauer und die Schnelligkeit nicht gibt. Vielmehr zeigen diese Fähigkeiten aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen eine starke Aufgliederung.
Für den Bereich der Muskelkraft sind z. B drei Beanspruchungsweisen typisch, die auf den Kontraktionsformen der Skelettmuskulatur basieren:

  1. Dynamisch-konzentrischer Krafteinsatz (überwinden einer Last)
  2. Statischer Krafteinsatz (Entfalten von Kraftwirkungen durch haltende Muskelarbeit)
  3. Dynamisch-exzentrischer Krafteinsatz (Einer Last nachgebend entgegenwirkend)

Hierbei kann Kraft in unterschiedlicher Erscheinungsform auftreten; nämlich als Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer. Diese Erscheinungsformen sind nicht auf einer Ebene anzusiedeln ,sondern die Maximalkraft ist als Basisfähigkeit einzuordnen, denn sie beeinflusst maßgeblich die Leistungen in den Bereichen Schnellkraft und Kraftausdauer.

Die Maximalkraft stellt den höchsten Kraftwert dar, den ein Sportler durch maximale willkürliche Muskelkontraktion erreicht. Normalerweise kann er 70-80% seines absolut vorhandenen Kraftpotentials willkürlich aktivieren. Der Rest von 20-30% bildet eine Reserve, die autonom geschützt ist. Es gibt deshalb neben der Maximalkraft noch die Absolutkraft. Sie ist die größtmögliche Kraft, die ein Muskel überhaupt bei seiner momentanen Masse entwickeln kann. Die Differenz zwischen Absolutkraft und Maximalkraft bezeichnen wir als Kraftdefizit. Bei Spitzensportlern ist die Differenz gering (5-15%) bei Untrainierten allerdings recht groß (30-40%)

Bei Schnellkraft kommt es darauf an, in den zur Verfügung stehenden Zeit einen möglichst großen Kraftimpuls zu erreichen. Hier müssen wir zwei Erscheinungsformen unterscheiden:

  • Schnellkraft bei statischen und dynamisch konzentrischen Muskelkontraktionen
  • Reaktive Schnellkraft

Hohe Schnellkraftleistungen bei statischen und dynamisch-konzentrischen Muskelkontraktionen zeigen von Beginn an einen steilen Anstieg der Kraftkurve. In diesem Fall vermag der Sportler von Anfang an in kürzester Zeit eine große Kraft zu entwickeln (z.B. Startkraft von der Base).
Sie wird dann maximal schnell weitergesteigert, wenn er auch hohe Explosivkraft mobilisieren kann. Die Explosivkraft lässt sich durch das Training mit maximalen Krafteinsätzen vergrößern und hängt deshalb entscheidend vom Niveau der Maximalkraft ab.

Reaktive Schnellkraft wird wirksam, wenn aus einer abbremsenden (=dynamisch-exzentrischen) Bewegung möglichst schnell ein großer überwindender (=dynamisch-konzentrischer) Kraftstoß auszuführen ist. (z.B: Pitching)
Der reaktiven Schnellkraft liegt folgendes Phänomen zugrunde: Wenn ein Pitcher aus einer
50 – 70 cm (je nach größe des Pitchers – auch höher) landet um dann sofort wieder über die große Muskelschlinge zum Pitch anzusetzen erreicht er eine viel größere Geschwindigkeit als beim Pitch aus dem Stand.
Der Grund: Während der abbremsenden Bewegungsphase wird vor allem Dehnungsenergie gespeichert, die dann in der überwindenden Bewegungsphase freigesetzt wird. Die Zeit für den Bodenkontakt und die Umsetzung über die Muskelschlinge muss sehr kurz sein, sont geht die gespeicherte Energie verloren.

Einfluß auf die reaktive Schnellkraft haben:

  • die Vorspannung der Muskeln bei der Landung des Fußes
  • die Elastizität der Muskeln und Sehnen
  • die Beschleunigungsfähigkeit

In diesem Sinne möchte ich hier noch mal alle unsere Pitcher daran erinnern ihre Übungen vor allem aber ihre speziellen Übungen nicht zu vernachlässigen. 🙂

Selma Dilek Babayigit


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