Pitch-Outs und Intentional Walks

Unter den (meist unterschätzten !!) Fertigkeiten einer Pitcherin sind auch Pitch-outs und Intentional Walks. Zuerst klären wir einen wichtigen Punkt: Auf jedem Spielniveau kann man Pitch-outs und sogar Intentional Walks benutzen! Wenn man es einsetzen möchte, sollte man es schon seit längerer Zeit trainiert haben, um Erfolg zu haben.

Definition PITCH-OUT:
Ein Pitch, der außerhalb der Reichweite vom Hitter ist. Das ist alles, und doch so viel!

Das bedeutet:

  1. der Hitter DARF den Pitch nicht treffen können, auch nicht als Foul Ball.
  2. je nach Hitter (Größe, Stärke, Aggressivität) – haben wir verschiedene Pitch-outs
  3. Ein Pitch-out ist nicht nur high outside, sondern auch high inside oder low outside

WARUM EIN PITCH-OUT?

  1. Es kann in einem Count nützlich werden, wenn man sieht, dass der Hitter besonders ungeduldig ist und wenig Disziplin zeigt oder wenn man einen Hit&Run oder Bunt&Run/Squeeze erwartet
  2. Wenn die Defense besondere Spielzüge plant, ohne den eventuellen Hit kontrollieren zu wollen – bei Pick-offs oder Eins-Drei-Situationen, wenn man den Spielzug in der Defense leiten will.

WIE TRAINIERT MAN DAS?

In dem täglichen Work-out einer Pitcherin, am Ende der Aufwärm-Kontrolle-Phase, sollten eine Reihe von Pitch-outs inside und outside geworfen werden.
Der Catcher ist zuerst in der Fang-Position (stehend), um der Pitcherin zu zeigen, wo er den Ball fangen will, um einen perfekten Wurf z.B. zu einem Base zu machen. Diese Position sollte außerhalb der Plate sein.
Dann hockt sich der Catcher hin und das Training beginnt.
Eine sehr gute Übung ist es, Pitch-Outs in Live-Hitting Situationen zu werfen, wenn der Hitter ein Hit&Run-Zeichen hat. Dabei kann man wirklich sehen, wie weit der Pitch vom Hitter entfernt war!
WICHTIG : Der Catcher muss immer die ganze Catching-Ausrüstung tragen.

INTENTIONAL WALKS

Ein Intentional Walk ist die Entscheidung einen Hitter nicht schlagen zu lassen, sondern ihn mit 4 „geschenkten“ Balls direkt aufs Erste Base zu schicken. Der Catcher zeigt die Absicht einen Intentional Walk zu geben, indem er aufsteht und eine geschlossene Faust am gestreckten Wurfarm macht.

Warum macht man das??
Normalerweise assoziiert man den Intentional Walk mit der Idee, dass der Hitter zu stark ist, und dass wir ihn nicht schlagen lassen wollen. Aber es ist nicht immer so. Wenn der Intentional Walk nur in solchen Situationen benutzt würde, wäre das Spiel auch richtig verfälscht, oder?
Dagegen ist es wichtig zu verstehen, dass der Intentional Walk unter dem taktisch-strategischen Gesichtspunkt betrachtet werden sollte, besonders in Situationen, wo ein Forced-out ein viel leichterer Spielzug ist, als ein Check-the-runner play.
Beispiel: Läufer auf Zwei und Drei, ein Aus, Hitter Nummer 4 am Schlag: Das könnte (ist nicht immer so!!) eine Situation sein, bei der wir lieber bases loaded verteidigen, vor allem gegen Hitter Nr. 5 , der normalerweise weniger gut schlägt als Hitter Nr. 4. Natürlich machen immer Score, Out und kommende Line-up den Unterschied!

Kurz gesagt: Zu oft sieht man Spiele, die im 6. oder 7. Inning verloren werden, während man wenigstens etwas anderes hätte versuchen können.

Im Training soll die Pitcherin Intentional Walks regelmäßig üben, gegen Rechtshänder und Linkshänder und am besten in Drucksituationen. Der mentale Aspekt ist eigentlich das Schwerste an der Sache.


Autor des Artikels: Download Artikel als PDF

Der gesamte Inhalt dieser Webseite unterliegt dem Urheberrecht, jeglichen Veröffentlichung von Texten oder Bildern bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des jeweiligen Autors. Anfragen bitte über Kontakt