Pitching ist ein Marathon, kein Sprint!

Hier ein Artikel von Bill Hillhouse (www.houseofpitching.com), den wir netterweise übersetzt veröffentlichen durften.

Es gibt ein altes Sprichwort, das oft von Trainern in und auf alle möglichen Sportarten übersetzt und angewendet wird. Ich übertrage es auf Softball: Pitching ist ein Marathon, kein Sprint.

Ich bin sicher, dass viele von euch dieses Sprichwort schon einmal gehört haben und wissen, was es wirklich bedeutet. Aber manchmal verliert sich die Bedeutung in eurer Tochter oder der Person, die der Pitcher eures Lebens ist. Es ist nicht möglich, dieses Sprichwort unbeachtet zu lassen.

Wir leben in einer „Ich will das jetzt“ Gesellschaft. Wenn etwas nicht sofort klappt, denken viele – zu viele – Menschen gleich, dass es einfach nicht geht oder nicht richtig ist. Aber das ist vollkommen falsch. Das gilt besonders für Pitcher. Und einiges davon beginnt schon zu Hause, bei den Eltern des heranwachsenden Pitchers. Deshalb ist es wichtig, dass all ihr Eltern das auch beachtet!

Jeder Pitcher ist auf seine Art einzigartig. Nicht jeder versteht alles auf die selbe Weise oder kann es in der selben Geschwindigkeit umsetzen, wie ein anderer. Und es wird oft übersehen, dass, wenn Pitcher etwas Neues lernen, dieses Neue oft etwas sehr Schwieriges ist. Schlechte Angewohnheiten müssen abgebaut werden und richtige müssen die alten ersetzen bevor ein Pitcher wirklich zu seinem Leistungszenit kommen kann. Ich kann und will gar nicht anfangen, die Eltern zu zählen, die wollen, dass ihre Töchter nach einer oder zwei Wochen alle Griffe, Rotationen etc. von Junk-Pitches können.
Manchmal sogar in kürzerer Zeit! Aber die schmerzhafte Wirklichkeit ist schlicht und ergreifend, dass manche (oder viele) einfach noch nicht bereit dazu oder weit genug dafür sind. Manche Eltern greifen sogar Videos/DVD wie „How to throw pitches“ auf, bevor der entsprechende Trainer denkt, dass der Schüler (= Athlet – Pitcher) bereit dazu ist.
Dabei ist das Lernen und Werfen von bestimmten Pitches ohne die richtige Technik und Ausführung („mechanics“) doppelt unsinnig!

Wenn ich einen Athleten trainiere muss ich manchmal ganz am Anfang anfangen. Das ist oft etwas sehr „Unbeliebtes“! Vor allem, wenn der Athlet vorher bereits bei einem anderen Pitching Coach war und dort alle schon möglichen Pitches „gelernt“ hat. Wir alle kennen die Fälle, in denen ein Pitcher angibt, sechs verschiedene Pitches zu haben, wobei keiner dieser sechs Pitches wirklich das macht, was er machen sollte. Das kommt ziemlich oft vor, denn die mechanics sind oft falsch; beispielsweise wird ein Riseball nicht nach oben brechen, wenn in der Pitchingbewegung nicht genug Spin auf den Ball gegeben wird. Der richtige Spin kann nur mit dem richtigen Snap erreicht werden. Der richtige Snap wiederum ist abhängig von den richtigen mechanics. Etc.etc. Meistens muss ich eine Demonstration geben, um Pitchern und Eltern verständlich zu machen, worüber ich hier rede. Erst wenn sie sehen, wie ein RICHTIGER Riseball fliegt und wie man es richtig macht, sind sie bereit, die korrekten Mechanics „wieder zu erlernen“, auch wenn das meistens erst einmal einen Schritt zurück und den Versuch des Rückgängig-machens von bereits Angelerntem bedeutet. Auch das ist sehr oft sehr „unbeliebt“!

Ich versuche, Pitchern, Eltern und Trainern zu erklären, dass das Lernen von Pitching nicht einfach nur ein Marathon oder ein Sprint ist, sondern dass es vergleichbar ist mit einem Bauingenieur, der versucht, ein Haus zu bauen. Nichts kann gebaut werden, wenn nicht der Grundstein gelegt und stabil ist. Andererseits wäre das ganze Haus wackelig und könnte auf die Dauer einfach nicht standhalten.

Denkt immer daran, es ist ein Marathon, kein Sprint. Und wenn wirklich JEDER ein Pitcher sein könnte, dann wäre es auch jeder!


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