Pitching mit Sandy: das „Haus“ des Pitchers

Ich habe an Ostern einen wirklich beeindruckenden Mann kennengelernt: Ken Ravizza! Er hat das Buch „Heads Up Baseball“ (z.B. bei AMAZON) geschrieben, er ist Sportpsychologe und kann jedem Athleten eine riesige Menge mentaler Unterstützung geben. Dabei stärkt er das Selbstvertrauen, den Glauben und das Vertrauen an sich selbst und an seine Leistungsfähigkeit, so sehr, daß man in richtig schwierigen Situationen auf dem Spielfeld seine Nerven behält. Mentale Stärke kommt nicht von alleine, es bedeutet tägliche Arbeit an den kleinen Dingen. Ich kann Euch allen nur empfehlen, sein Buch zu lesen!

Eine Sache, die ich hier gerne mit Euch teilen will, ist die Bedeutung von dem Mount und dem Rubber darauf. Zuerst einmal ist es die Vorstellung, daß er das Haus von jedem Pitcher ist: Ihr fühlt Euch dort wohl und zu Hause und Ihr seid dort gerne. Nur wenn Ihr wirklich dieses Gefühl habt, macht Ihr den Schritt in den Kreis hinein. Nicht umsonst ist dieser Kreis um den Rubber herum, dieser Platz ist nicht für jeden Spieler und man muß wirklich da hinein wollen. Kein Coach kann Euch dazu „zwingen“, Ihr könnt da nur gute Arbeit machen, wenn Ihr es selbst wollt. Das bedeutet von der anderen Seite her betrachtet, wenn Ihr Zweifel an Euch selbst habt, dann macht nicht den Schritt auf den Mount. Versucht Frust, Zweifel, Ärger über alles mögliche außerhalb des Mounts zu lassen. Wenn Ihr also den Schritt in den Kreis macht, seid Ihr mit all Euren Gedanken auf den Batter und den nächsten Pitch konzentriert.

Jetzt kommt der Step auf den Rubber, natürlich ist auch der ganz entscheidend. Ihr seid schon „zu Hause“ und der Rubber gibt Euch Kraft und das Vertrauen in Euch selbst, wirklich alles in den nächsten Pitch zu legen. Auf diesem Rubber gibt es überhaupt keine Zweifel, wenn sie trotzdem kommen, dann stept wieder runter und atmet noch einmal durch, werdet Eure ablenkenden Gedanken los und kehrt dann auf den Rubber zurück.

Ihr merkt schon, das alles hat viel mit Rhythmus und Atmung zu tun. Es gibt keine Hektik auf dem Mount. Ihr mußt Eure Routine entwickeln, die in allen Situationen die selbe bleibt. Es spielt für den nächsten Pitch keine Rolle, ob es regnet oder kalt ist, ob Du gerade ein Triple kassiert hast, ob der Schiedsrichter einen schlechten Call gemacht hat oder Dein Shortstop den dritten Fehler hintereinander, was in diesem Moment auf dem Rubber zählt, ist nur der nächste Pitch. Ihr müßt lernen, das Spiel pitch by pitch zu spielen, Ihr könnt weder ändern, was vorher passiert ist, noch lohnt es sich, sich über irgendwas, was vielleicht passieren könnte, den Kopf zu zerbrechen.

Ich hoffe, ich habe euch nicht verwirrt. Wenn Ihr Fragen hierzu habt, dann schreibt mir einfach. Ich bin auch nur ein Schüler auf diesem Gebiet, aber vielleicht können wir ein paar Gedanken austauschen.

Versucht mal im Training und in den nächsten Spielen diese Routine zu entwickeln. Ich bin mir sicher, daß es Euch helfen wird, „im Spiel zu bleiben“ und das Ihr weniger schnell Eure Konzentration verlieren werdet. Nehmt Euch auf dem Mount immer die Zeit, die Ihr braucht, es passiert nichts, solange Ihr den Ball in Eurer Hand haltet. Und so könnt Ihr jeden Pitch mit voller Überzeugung werfen.

Bis bald
Eure Sandy


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