Playing the aggressive runner

Wenn man als Defense gegen wirklich gute und aggressive Läufer spielt, gibt es wichtige Punkte, die man beachten muss, um Erfolg zu haben. Erfolg bedeutet in dieser Hinsicht, dass wir diese Läufer trotz ihrer Schnelligkeit, ihrer Erfahrung, der Cleverness und ihrer Aggressivität unter Kontrolle halten können, so dass sie uns nicht schaden. Natürlich kann man einen solchen Spieler nicht vollkommen ausschalten. Sie wird es bestimmt ab und zu schaffen, uns ein Base zu klauen oder auf andere Weise ein Base mehr zu erreichen. Aber was man als Team in der Defense vermeiden will, ist, dass diese Läufer unser Team so verwirren und verunsichern, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die einfachen Routine-plays zu bewältigen. Niemals sollte die Defense das Gefühl haben, dass sie kein Mittel hat, um die Läuferin zu stoppen.
Das geschieht immer, wenn die Spieler in der Defense Dinge erleben, die sie so zuvor nicht oder selten trainiert haben. Wie oft schaffen wir es im Training die Verteidigung ähnlich wie im Spiel mit Läufern zu testen? Aus verschiedenen Gründen selten. Aber wie oft machen wir das mit Runnern, die wirklich aggressiv sind? Wahrscheinlich nie. Aus diesem Grund wird man von den wenigen aggressiven Läufern gerne überrascht.
Um diese Problem zu lösen und besser vorbereitet zu sein, muss man sich zunächst folgende Frage stellen:Was macht einen aggressiven und guten Läufer überhaupt aus?

– ein guter Runner zögert nie. Sie wird immer schnell eine Entscheidung treffen, gehen oder nicht gehen. Sollte die Verteidigung dagegen nicht sofort eine Entscheidung treffen und zögerlich handeln, wird sie immer zu spät sein, um den Runner aus zu machen

– er wartet nur auf einen Fehler der Defense, und ist somit immer fähig kleine Nachlässigkeiten des Gegners auszunutzen

– er wird immer versuchen, ein Base mehr zu erreichen als auf den ersten Blick möglich erscheint

– er hat, nicht notwendiger Weise, aber meistens, eine gute Laufgeschwindigkeit und einen schnellen Antritt

– die gute Baseläuferin kommt bei jedem Pitch schnell und explosiv out of base und wieder zurück. Dabei ist für den Gegner nicht zu erkennen, ob jetzt z.B. ein stealing zu erwarten ist, oder nicht. Die Defense muss also ständig damit rechnen und ist somit immer unter Druck. Das vergrößert die Chancen der Offense früher oder später einen Fehler der Defense hervorzurufen.

Was kann die Defense tun, um die Gefahr möglichst gering zu halten?

Natürlich muss man in erster Linie die defensive plays mit aggressiven Läufern trainieren. Aber auch hierbei reicht es nicht, das Training einfach durchzuführen und sich zusagen: „Jetzt hat es funktioniert, jetzt nicht.“

– Man muss genau herausfinden, woran es liegt, dass man eben für das play zu lange gebraucht hat. Wichtig sind hierbei oft ganz kleine Sachen, nicht Dinge wie ein zu langsamer Wurf. Dafür muss man aber ein Auge entwickeln.

– Um also einen aggressiven Läufer unter Kontrolle zu behalten, muss man sich im Geiste immer wieder bewusst machen, dass bei jedem Pitch etwas passieren kann, sogar wenn der Runner auf 3rd Base steht und eigentlich nirgendwo hin kann, ohne dass der Batter den Ball schlägt.

– Auch dürfen wir keine Zeit verlieren zwischen dem Catch des Balles und dem release beim Wurf. Das gilt nicht nur, weil wir sonst eventuell den Hitter nicht am 1st Base ausmachen können, sondern auch, weil ein anderer Läufer in der Zeit vielleicht mehr macht, als eigentlich möglich ist. Wir dürfen also nie vergessen, dass sich der aggressive Runner nie zufrieden gibt.

– Die Defense sollte immer mit besonders offensiven Signals rechnen, auch wenn dieser Spielzug etwas unorthodox ist. Schließlich wird der Coach wissen, dass er einen guten Runner on base hat und das nutzen wollen. Zum Beispiel rechnen die wenigsten mit einem Bunt des Batters bei Bases loaded. Natürlich ist das auch nur sinnvoll wenn man einen schnellen Runner an 3 hat, aber rechnen sollte man trotzdem damit.

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– In Frage kommen also Signs wie double stealing, surprise bunts zu jeder Zeit, fake tag ups, bei 1-3 Situationen das Provozieren von run downs zwischen 1 und 2 um den Runner auf 3 scoren zu lassen.

– Besonders wichtig ist es, nach einem Error die Spielsituation fertig zu spielen. Oft sieht man Spieler, die nach einem Error nur langsam den Ball holen, weil sie sich ärgern und denken, die Situation sei schon vorbei. Ein aggressiver Läufer wartet genau auf solche Momente.

– Um sich richtig zu verhalten, muss man die Runner natürlich auch richtig einschätzen und dafür sorgen, dass alle im Team wissen mit was für einem Läufer sie es zu tun haben. Der Coach oder das Team können zum Beispiel laut rufen, ob es sich um einen schnellen, mittleren oder einen langsamen Läufer handelt. Auch bei Hitters kann man das machen, um die Defense daran zu erinnern, keine Zeit beim Fangen und Werfen zu verlieren.


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