Safety-Catch – von Alex Miseles

Hier ein Beitrag von „Gast-Schreiberin“ Alexandra Miseles, ehemalige Nationalspielerin und Trainerin bei den Mannheim Tornados.

Der Safety-Catch ist eine von zwei Techniken für Outfielder, um einen „Ball auf dem Boden“ zu fangen. Damit sind alle Bälle gemeint, die das Infield verlassen und auf dem Boden rollen oder springen (gewöhnliche Groundballs, aber auch Überwürfe).
Der Sinn des Safety-Catches – im Gegensatz zur Infield-Technik für Groundballs, bei der es schnell gehen muss – liegt darin, den Ball mit der höchst möglichen Wahrscheinlichkeit „vor“ dem Spieler zu halten (d.h. nicht an ihr vorbeirollen zu lassen). Den Ball „vor sich zu halten“ ist im Outfield der wichtigste Grundsatz, um Extrabase Hits oder ein zusätzliches Vorrücken von Läufern zu vermeiden.
Das Outfield stellt die letzte „Line of Defense“ dar, d.h. ein Ball, der einmal eine Outfielderin passiert, rollt nicht selten bis zum Zaun und produziert damit mindestens ein Double, vielleicht sogar ein Triple oder einen Homerun für die Offense. Dies gilt oft selbst dann, wenn ein weiterer Outfielder sein „back-up“ gemacht hat.

 

Um einen Safety-Catch zu machen, läuft die Outfielderin auf den Ball zu, so dass sie sich „hinter dem Ball“ befindet (siehe Abbildung 1). Zu geeignetem Zeitpunkt (siehe unten) bremst sie und kniet sich in den Ballweg, um den Ball zu fangen. Dabei kniet sich eine rechtshändige Spielerin auf das rechte Knie. Die Schulterachse steht senkrecht zum Ballweg. Die Beine bilden eine Linie, die möglichst parallel zu den Schultern (also ebenfalls senkrecht zum Ballweg) sein sollte (siehe Abbildung 2).[Anfänger neigen hier oft dazu, die Beine parallel statt senkrecht zur Ballrichtung zu stellen.]
In den Kniegelenken und zwischen Beinen liegt etwa ein 90° Winkel(siehe Abbildung 3). [Anfänger haben die Beine oft zu dicht beieinander.]
Der Handschuh wird zwischen den Beinen zum Boden gebracht, die rechte Hand befindet sich neben dem Handschuh, um die verbleibende „Lücke“ zwischen Bein und Handschuh zu schließen.
Mit dieser Technik bietet die Outfielderin eine möglichst große Fläche, um einen Ball, der verspringen sollte, notfalls zu blocken und damit vor sich zu halten. Das Knien muss so früh erfolgen, dass die Outfielderin beim Runtergehen keine Eile haben muss, d.h. beim Fangen des Balls die Position schon eingenommen hatte. Es erfolgt aber so spät, dass sie in der Position nicht auf den Ball warten muss.
Nach dem Catch steht die Outfielderin aus der beschriebenen Position auf und leitet gleichzeitig damit den Wurf ein. Der rechte Fuß setzt also zuerst auf und stellt bereits den ersten Schritt des sich anschließenden Wurfes dar.
(Anfänger haben oft Schwierigkeiten aus dieser Position quer zur Ballrichtung flüssig mit nur zwei Schritten aufstehen und gleich zu werfen.)
Der Safety-Catch findet in einem Spiel dann Anwendung, wenn die Outfielderin die Zeit hat, hinter den Ball zu laufen und kein Risiko besteht, dass ein Läufer ein weiteres Base erreicht (z.B. ein Überwurf bei einem Stealing). Es gibt hier natürlich Ausnahmen, wie beispielsweise eine hohe Führung (man würde immer „sicher gehen“, denn Ball zu fangen, anstatt ein risikoreiches Play zu versuchen, um jemanden auszuwerfen). Im Zweifel würde im Spiel der Trainer entscheiden, ob er „Safety“ (also sichere Catches) oder ein „Alles-oder-Nichts“ (Risiko, um ein eventuelles Aus zumindest zu versuchen) bevorzugt.


Autor des Artikels: Download Artikel als PDF

Der gesamte Inhalt dieser Webseite unterliegt dem Urheberrecht, jeglichen Veröffentlichung von Texten oder Bildern bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des jeweiligen Autors. Anfragen bitte über Kontakt