Smartes, aggressives Baserunning

Wir haben ja schon mehrmals über cleveres und aggressives Baserunning geschrieben. Diesen Monat soll es kurz vor Beginn der Saison darum gehen, die wichtigsten Punkte die dabei wichtig sind, noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Voraussetzung ist natürlich immer eine gute Technik beim Lead off the base, d.h. dass der Läufer immer mit dem Gewicht in der Mitte zum Stop kommt.
Außerdem bedeutet aggressives Baserunning nicht für jeden Runner dieselbe Anzahl an Metern beim Wegwagen vom Base, oder dasselbe Verhalten bei anderen Aktionen auf Base. Eine allgemein gültige Formel für das richtige Verhalten gibt es also nicht.
Entscheidend ist natürlich immer die Schnelligkeit des einzelnen Läufers und die individuelle Reaktionsfähigkeit.

Einige Stichworte können aber allen helfen:

  • ein aggressiver Läufer muss sich zur Einstellung machen, immer ein Base mehr erreichen zu wollen, als das, was einfach möglich erscheint
  • IMMER WACH SEIN! Nur so kann man die wenigen Fehler der Gegner ausnutzen. Auch wenn lange nichts passiert – auch der beste Gegner wird in einem Moment die Konzentration verlieren. Dann muss man bereit sein.
  • NEVER GIVE UP! Man ist erst aus, wenn der Ball sicher im Handschuh ist und der Umpire den out call macht
  • beim Stealing: visualisiert Euch bei Laufen wie Ihr besonders schnell und safe seid
  • Nie den Gegner überschätzen. Den Respekt muss sich auch ein tolles Team erst verdienen.
  • NIE DEN GEGNER UNTERSCHÄTZEN! Das passiert leider viel zu schnell und resultiert immer in unnötigen Outs.

In einem 7 innings Game hat man nur 21 Outs um Punkte zu machen – also Nichts zu verschenken!

Hier noch einige Plays, die nicht unbedingt zum Standard gehören und eine Defense immer wieder mal überraschen können:

  1. bei High Pop-Ups oder hohen Flyballs:
    Anstatt als Hitter bei einem high pop up beim Laufen Richtung 1st Base langsamer zu werden, beschleunigt der Runner wie bei einem Double und versucht das 2nd Base zu erreichen.
    Zwei Möglichkeiten: entweder der Ball wird gefangen und der Runner ist aus, oder der Ball wird fallen gelassen und der Runner erreicht ohne Probleme 2nd Base. Ihr habt also nichts zu verlieren. Natürlich geht das nur bei wirklich hohen Pop-Ups und Flyballs.
    Macht der defensive Player tatsächlich einen Fehler, wird dies mit einem Läufer an 2 anstatt an 1 schmerzhaft bestraft.
    Wichtig ist, dass Ihr nie Eure Schritte verlangsamt, bis Ihr Euch entschlossen habt, tatsächlich stehen zu bleiben.Das erste Mal habe ich dieses play auf der EM 1995 in Turin von den Italienerinnen gesehen, die auch Europameister wurden. Natürlich klappt es nicht immer, aber der Versuch lohnt sich, denn bei einem Erfolg wirkt es tödlich für die Moral des Gegners.
  2. Runner on 2nd base:
    bei Fly balls auf die rechte Seite des Feldes sollte der Runner hier einen tag up machen um eventuell das 3. Base zu erreichen, falls der Ball weit genug war, oder der Outfielder offbalanced ist beim Fangen.
  3. Runner on 3rd base:
    bei relativ kurzem Flyball kann zwar nach dem Tag-Up oft nicht die Homeplate erreicht werden, der Runner kann aber einen Fake-Tag-Up machen. D.h. dass der Läufer vom Base lossprintet wenn der Ball im Handschuh des Feldspielers landet. Der Outfielder wird entweder nach Hause werfen oder versuchen, den Läufer am 3. Base auszumachen. Der Runner muss also damit rechnen, einen head first dive zurück zum 3. machen zu müssen. Ziel ist es natürlich, die Defense werfen zu lassen und so Fehler zu provozieren.
  4. als wichtiges Tool will ich auch den Stand-up Slide erwähnen.
    Der Stand-up Slideermöglicht es, das nächste Base bei einem Fehler zu erreichen, auch wenn der Läufer vorher sliden musste und der verworfenen Ball vielleicht nicht gleich bis zum Zaun rollt. Als Läufer sollte man immer einen Fehler erwarten und so jederzeit bereit sein, einen solchen auszunutzen.Beispiel: Runner auf eins und zwei, Ground ball auf die linke Seite des Feldes, Runner slidet direkt zum base weil hier force play möglich ist ( ein slide um das Base ist also nicht nötig, da man keinem tag ausweichen muss).
    Der Runner slidet mit den Augen nach oben auf den Feldspieler gerichtet, so kann man. Schon an dessen Reaktion erkennen, ob der Wurf daneben geht. Verwendet man hier einen Stand up slide, kann man sofort weiter laufen und scoren (natürlich muss man trotzdem auf den Basecoach hören).

Ein Grundsatz gilt jedoch für alle was Ihr als Läufer macht:
Trefft die Entscheidung zum nächsten Base zu gehen, oder zu bleiben, aber trefft eine Entscheidung.

NO THINGS IN BETWEEN!!!


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