Spannung – Anspannung – Verspannung

Unsere mentale „Ecke“ betrifft diesen Monat ein sehr wichtiges Thema und zwar die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „Spannung“ im Bereich Leistungssport.
Zuerst brauchen wir eine Erklärung für die Schlüsselworte unserer Behandlung:

  • SPANNUNG: damit verstehen wir jede Form von emotionaler und geistiger Anregung, die einen Menschen in eine Lage von geistiger oder körperlicher Sonder-Aktivität versetzt.
  • ANSPANNUNG: dabei meinen wir hier eine positive Spannung, die man kurz vor der Höchstleistung fühlt.
  • VERSPANNUNG: darunter versteht man dagegen eine negative Spannung, eine übertriebene Spannung, die zur Verkrampfung führt.

Alle Athleten auf allen Niveaus haben zu tun mit diesen Formen der Spannung.
Was aber die Höchstleistungsathleten haben, ist eine Form psychologischer Betreuung, die ihnen hilft, diese drei verschiedene Stufen zu erkennen und zu behandeln.

Was wir hier machen können, ist uns noch besser bewusst zu werden, was dieser Unterschied für uns bedeuten kann, und wie uns das nutzen kann.

Ohne SPANNUNG gibt es selbstverständlich keinen Wettkampf. Der Körper und der Geist müssen sich derart aktivieren, dass sie, um ein Ziel zu erreichen, einen vollen Einsatz bringen. Das bedeutet eine zusätzliche Menge Konzentration und körperliche Anstrengung, die erlauben werden, das Individuum in Wettkampf mit einer anderen Person oder mit der eigenen Grenze zu setzen.
Ansich ist die Spannung weder positiv noch negativ für den Athleten: Wie immer kommt es darauf an, wie sie gebraucht wird und wozu.

Das Ziel guter Sportler und Leistungsathleten ist einen Zustand von ANSPANNUNG zu erreichen, die sie in die beste Lage versetzt, um ihre Grenzen zu erreichen und zu überschreiten. Nach dem vielen Training, den Wiederholungen, der Mechanisierung der Technik, nach den Lehren vom Trainer und allen möglichen Ratschlägen braucht der Athlet eine persönliche Verinnerlichung seines Zieles, die er nur durch Techniken von Visualisierung, Konzentration, sogar Meditation erreichen kann.
In einem Zustand von ANSPANNUNG fühlt also der Athlet zwar Spannung vor dem Spiel aber zum größten Teil die Lust sich mit den Gegnern zu vergleichen und sie herauszufordern, den echten Wunsch aufs Feld zu kommen und mit ihnen das schönste Spiel überhaupt zu spielen.
Erst eine solche Einstellung wird dem Spieler ermöglichen sich auf seine Stärken und Ziele zu konzentrieren, statt zu zögern, zu zweifeln oder sogar Angst zu haben.

Allzu oft wird aber die Spannung zur VERSPANNUNG. Ganz im Gegenteil zur Situation ANSPANNUNG fühlt der Athlet jetzt die Sport-Aufgabe vor sich als einen Druck, einen Zwang, eine schwierige Situation, ein Hindernis, dem er so schnell wie möglich entweichen möchte. Sympthome der Verspannung sind Verkrampfung, Verlangsamung der Bewegungen und der Gedanken, Überschwitzen, kalte Hände, schwieriges Atmen, Gefühl der Müdigkeit, Zögern, Zweifeln, negative Selbstrede, Angst vor Fehlern und Fehlleistung, Mangel an Konzentration, Wahrnehmung der Außenwelt beim Aufwärmen und Spielen.

Was soll/kann man also machen?
Erstens: diese Situationen erkennen, Symptome kennen und erkennen, Selbst-Diagnosen erstellen
Zweitens: Gegenmittel zur Verspannung finden. Hauptsächlich positive Schlüssel-Worte benutzen und positive Gedanken ausüben.
Drittens: AM ALLERWICHTIGSTEN ABER: ANSPANNUNG im Training AUFBAUEN.
Das heißt, Trainingssituationen unter Druck schaffen und persönlich TAG FÜR TAG üben, wie man eine positive, vorteilhafte Einstellung zu allen möglichen Aufgaben und Situationen entwickelt.
Derart werden die Spielsituationen nicht mehr so fremd = verwirrend klingen und der Spaß am Spielen wird nicht verloren gehen.


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