Tipps fürs Jugendtraining

Die „Kleinen“ trainieren oder einen Sack Flöhe hüten – nicht immer eine einfache Aufgabe. Zum Teil kommt man an seine Grenzen was die Geduld angeht und doch gibt diese Aufgabe durch seine Herausforderung mitunter auch die grösste Befriedigung die man sich als Trainer nur wünschen kann.
Eine perfekte Lösung wie man mit den Kindern umzugehen hat gibt es (zum Glück) nicht – Kreativität und viel Spass an der Aufgabe an sich sind ein Teil des Geheimnisses wie man zu diesem speziellen Leuchten in den Augen der Jugendlichen kommt. Erblickt man es weiss man, dass sich der ganze Einsatz, Mühe, Zeitaufwand und auch Frust gelohnt haben.

Hier ein paar Tipps um sich die Arbeit zu erleichtern:

1. Übersicht und Disziplin – 2 wichtige Arbeitsutensilien. Kasernenhofdisziplin wäre sicherlich fehl am Platz aber trotzdem muss man ihnen von Anfang an klar zu verstehen geben wie die Regeln lauten. Ja, die Regeln die wir als Coaches aufstellen und auch selbst unbedingt befolgen sollten. Tut man es nicht ist man „verloren“. Es müssen keine ausgefallenen Regel sein – sie könne einfach sein wie : pünktlich zum Training erscheinen, zuhören und ruhig sein wenn der Trainer redet, sich direkt beim Trainer abmelden wenn man nicht kommen kann, man hilft seinen Teammitgliedern, sich nicht über andere lustig machen, etc., etc.. Dies nur als Beispiele. Wichtig ist die Einhaltung derer durch alle, speziell durch den Coach. Die Vorbildfunktion ist nicht zu unterschätzen und ohne das Vertrauen der Kinder und die eigene Glaubwürdigkeit sitzt man auf verlorenem Posten.
Entwicklungsbedingt stellen sie vieles in Frage und weil sie ihre Grenzen suchen fordern sie uns dauernd heraus. „wie weit kann ich gehen?“ ; „merken die, wenn ich was anderes mache ?“. Man muss sich irgendwie angewöhnen auch mit den Augen am Hinterkopf zu sehen, ansonsten herrscht in der einen Hälfte der Halle oder des Feldes permanentes Chaos.

2. Trainingsplanung – ohne geht es bei Jugendlichen und Kindern einfach nicht. Sie spüren jede noch so kleine Unsicherheit oder Zögern sofort und nützen sie aus.
Doch auch genau hier liegt eine der grössten Herausforderungen. Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters verlangen sehr unterschiedliche Trainings. Man kann von 9-jährigen nicht das gleiche verlangen wie von 13-jährigen. Sich dessen bewusst sein ist nicht immer einfach, speziell wenn das sportliche Können unterschiedlich gross ist.
Die Konzentrationsfähigkeit bei 9-jährigen lässt meistens nach 15 Minuten rapide nach, bei den älteren darf man verlangen und erwarten, dass sie länger anhält.
Umgekehrt verhält es sich zum Beispiel mit dem Bewegungsdrang : Noch sehr ausgeprägt bei den Jüngeren fehlt er teilweise ziemlich stark bei pubertierenden Jugendlichen.

3. Spass haben – eine der vielleicht wichtigsten Komponente. Hier ist die Kreativität des Coaches gefragt, manchmal auch die Spontaneität und Flexibilität. Vielleicht auch mal sich als Coach als erster zu „blamieren“? Welches Kind möchte nicht seinen Coach sehen der sich zuerst nasse Hosen holt beim Sliding im schlammigen, nassen Gras ?
Dies ist die beste Motivation überhaupt – haben sie Spass kommen sie gerne ins Training, sind bereit etwas zu leisten und sie bleiben dem Team und dem Club erhalten.

4. Eltern einbinden – Manchmal vergessen wir, dass unsere Juveniles, Cadets und JuniorInnen noch minderjährig sind. Ok, nur von Gesetzes wegen aber das ist der springende Punkt. Dies bedeutet, dass wir während den Trainings die Verantwortung für sie tragen und vor allem, dass wir immer auch mit den ELTERN in Kontakt sein sollten. Und genau hier liegt ein riesiges Potenzial häufig brach. Sind die Eltern gut in den Club und vor allem in das Team eingebunden wird unsere Arbeit viel, viel leichter. Eltern können Fans, Fahrer, Basecoaches, Verpflegungsstationen und noch vieles, vieles mehr sein. Von alleine kommen diese himmlischen Zustände jedoch nicht zustande. Es bedarf anfänglich einer Menge Zeit und Arbeit unsererseits. Elternabende, Infonachmittage, Trainings mit den Eltern, Spieltag Eltern gegen Kinder wären da nur einige Beispiele um die Eltern ins Programm einzugliedern.
Auf jeden Fall ist es unerlässlich jeweils frühzeitig schriftlich Informationen/Anmeldungen zu verschiedenen Anlässen zu verschicken. Dies gibt ihnen die Möglichkeit genügend Fragen zu stellen und auch das restliche Familienleben zu organisieren. Nicht viel kann so störend sein wie eine schlechtes Verhältnis zum Coach. Eine Vertrauensbasis zwischen Coach und Eltern hilft schlussendlich dem Spieler und dem Coach auch einmal eine schwierige Zeit zu meistern – und die kommt meistens irgendwann.


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