Wie wichtig das Atmen ist

Vielleicht wird jemand staunen, dass wir über so ein „einfaches“ Thema schreiben wollen, und dass es überhaupt in unserer Section „Mental Game“ erscheint.
Nichts zu staunen. Atmen ist eine unterentwickelte Fertigkeit. Natürlich meinen wir tief atmen, also entspannen und Kontrolle über sich selbst und die Situation gewinnen.

Unser Sport, wie alle Leistungssports, bietet viele Möglichkeiten Anspannung aufzubauen. Wir sollen jedenfalls nicht vergessen, dass unser Sport auch viele „tote Zeiten“ hat, bei denen der Denkprozess den Vorrang hat.
In anderen Worten haben wir allzuviele Gelegenheiten zu denken und zu „überdenken“ oder falsch zu denken, was unsere Leistung definitiv beschädigt.
Besonders nach einem Error ist jeder versucht „in der Vergangenheit“ zu leben, das heißt mit dem Kopf in seinen misslungenen Plays zu stecken und sich erst sehr spät (manchmal zu spät!!) da raus zu holen.
Unter verschiedenen Methoden der Selbstregulierung in Stress-Situationen gibt es auch das kontrollierte Ein- und Ausatmen, das natürlich auch im Training geübt werden muss.

Wann und warum sollen wir im Spiel tief atmen?

Wichtig ist sich zu gewöhnen einige „Warnzeichen“ zu sehen und zu interpretieren:

  • Erstarrung der Glieder, insbesondere der Schulter
  • Außerordentliches Schwitzen
  • Nasse, verschwitzte Hände
  • Mangel an Konzentration
  • Wahrnehmung von der Außenwelt – Bilder und Töne
  • Negative Selbstrede
  • Angst, Unsicherheit, Zweifel
  • Blick auf das Endergebnis der Aktion, nicht auf das Prozess
  • Gebrochene Atmung

Dann würden wir sagen, es ist wirklich das Moment was zu machen, bevor die Kontrolle über sich selbst und seine Leistung vollkommen verloren geht.

Üben wir also schon im Training und dann weiter im Spiel durch tiefes Ein- und Ausatmen ein Selbstregulierungssystem, das die Anspannung langsam und progressiv abbaut.

Hier ein paar Tipps:

  1. Durch das Atmen versuchen wir wieder Bezug zu uns selbst zu finden: kommen wir also „in uns zurück“ und verlassen wir die Außenwelt
  2. Konzentrieren wir uns total auf das Atmungsprozess und spüren wir langsam alle unsere Körperteile, unsere Lungen, unser Herz, das immer regelmäßiger schlagen wird.
  3. Leiten wir dann unsere Gedanken auf unser nächstes Ziel, die nächste Leistung, bei der wir den besten Einsatz zeigen werden
  4. Erst durch die Kontrolle auf uns selbst erreichen wir die Kontrolle auf unsere Leistung: Konzentration auf den Prozess, nicht auf das Endergebnis.
  5. Diesen Mechanismus soll in verschiedenen Situationen geübt werden und ein gewisses Tempo finden: wichtig ist auch zu üben, wie man zu dem Kontrolle-Zustand so schnell wie möglich zurückkommen kann.
  6. Meistens haben wir nur wenig Zeit, um uns wieder zu finden. Der Schlüssel ist, wie wir diese Zeit am Besten nutzen.

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