Wurfschule

Im Softball entscheiden oft Aktionen der Defense über Sieg oder Niederlage. So ist es unabkömmlich, dass die Defensivspieler ihr Würfe so platzieren, dass sie ohne Probleme von ihren Mitspielern gefangen werden können. Alle Würfe müssen schnell und platziert erfolgen, damit sich der Fänger richtig positionieren kann und den folgenden tag oder Wurf gut vorbereiten kann.

Wird ein Ball nicht mit der richtigen Technik geworfen, kann das neben einem weiteren Save oder Gegenrun auch gesundheitliche Schäden hervorrufen. Deshalb sollte der Trainer immer darauf achten, dass die Wurfbewegung korrekt durchgeführt wird.

Oft wird gerade das Werfen mit der richtigen Technik vernachlässigt, aber selbst die erfahrensten Spielerinnen der USA kommen immer wieder zu den Basics zurück, um kleine Fehler die sich eingeschlichen haben, wieder los zu werden und ihre Würfe noch perfekter, noch genauer und noch härter zu machen.

Eine der häufigsten Fragen ist nach dem Zeitpunkt, an dem die Wurftechnik kontrolliert werden kann. Ideal ist das normale Einwerfen vor jedem Training. Das Einwerfen sollte zwischen 10 und 15 Minuten dauern. In dieser Zeit können kleine Übungen gemacht werden, die es den Spielern erleichtern die richtige Technik zu erlernen bzw. ihre Fehler zu korrigieren. Desweiteren kann in der langen Einwerfphase die Genauigkeit, die Schnelligkeit und die Ausdauer des Wurfes gesteigert werden.

HILFSMITTEL:

BALL MIT STREIFEN:
Über die Mitte des Balles wird ein Tapestreifen (kontrastreiche Farbe) geklebt. Der Streifen muss quer zu den 4 Nähten positioniert werden.

  • Streifen gibt sofort Feedback über den Wurf
  • Bei richtiger Technik teilt der Streifen den Ball quasi in 2 Hälften

VIDEOAUFNAHMEN/SPIEGEL:
Hier können die Spieler selbst ihre Bewegung sehen. Oft verstehen sie erst dann, was sie in ihrer Bewegung falsch machen.

WURFSCHULE (wir gehen bei allen Übungen von einer rechtshändigen Werferin aus!!!)

1. GRIFF:

  • Finger quer über 4 statt 2 Nähte
  • 4-Finger Griff ist leichter und gemütlicher als 3-Finger Griff = weniger Anspannung
  • Wichtigste Finger: Zeige-und Mittelfinger + Daumen unten
  • Ball nicht tief in der Hand halten = Erleichterung der Handgelenk-Aktion

2. POSITION 1:

  • Auf dem Boden sitzen – zu zweit – 4 Meter Abstand
  • Wurfhand hoch und vor dem Körper, Ellbogen höher als Schulter
  • Handgelenkt nach hinten abknicken, Ball zeigt nach oben
  • Entspannte Schulter
  • Nichtwerfende Hand ruht auf dem Bein oder stützt den Ellenbogen der Wurfhand

Den Ball nur mit Finger- + Handgelenkbewegung werfen

ACHTUNG auf:

  • Balldrehung
  • Aktion des Handgelenks
  • Richtung der Finger und der Hand nach dem Wurf

3. POSITION 2:

  • In den Knien hocken – zu zweit – 6 Meter Abstand
  • Wurfhand hoch, Ellbogen höher als Schulter
  • Handgelenk abknicken, Ball zeigt nach oben
  • Entspannte Schulter
  • Nichtwerfende Hand ruht auf dem Bein oder stützt den Ellenbogen der Wurfhand

Den Ball mit Fingern, Handgelenk und Unterarm werfen

RELEASE-PUNKT: vor den Augen ( zwei Finger in die Augen des anderen stecken!)
SCHLUSS-BEWEGUNG: mit entspannter Hand, ganz unten auf dem entsprechenden Bein oder zwischen den Beinen

4. POSITION 3:

  • Rechtes Knie unten , linker Fuß aufstellen – zu zweit – 8 Meter Abstand
  • Leichte Seitenstellung, geöffnete Schultern (linke Schulter zeigt zu Partner)
  • Wurfhand hoch, Ellbogen im rechten Winkel nach hinten
  • Handgelenk gedreht nach außen/hinten – der Ball zeigt nach hinten
  • Nichtwerfende Hand entspannt aber ausgestreckt zum Ziel
    * Hand hoch halten
    * Schulter drehen
    * Schulter entspannen
    * Ellbogen nach vorne bringen – Ellbogen führt die Bewegung – nichtwerfende Hand beginnt zu sinken
    * Ball loslassen wie in Ü3-2-1
    * Schluss-Bewegung beider Hände unten

5. POSITION 4

  • Beim Stehen – Seitenstellung – zu zweit – 10 Meter Abstand
  • Füsse auf derselben Linie
  • Schulter auf der Linie
  • Hand hoch, Ellbogen hoch, rechter Winkel
  • Handgelenk abknicken, Ball zeigt nach hinten
  • Nichtwerfende Hand gibt das Ziel
    * Den hinteren Fuss drehen lassen – Hüfte drehen – Schulter drehen
    * GLEICHZEITIG : Ellbogen nach vorne bringen – Wurfhand drehen
    * Die nichtwerfende Hand beginnt zu sinken
    * Beide Armen ziehen gleichzeitig nach unten
    * Ball loslassen wie in Ü4 – 3- 2- 1
    * Schlussbewegung nach unten
    * Oberkörper nur leicht nach vorne gebeugt

6. VOLLE BEWEGUNG

  • Im Stehen aber vor dem Partner
  • Hände ruhen in der Mitte der Brust
  • Fußlinie / Kraftlinie vorne, zwischen den Füßen
    * Mit Rhythmus einen Schritt mit dem rechten Fuß machen
    * Sich auf die Linie in göffnete Position stellen
    * Werfen wie in Ü 5 -4 – 3- 2- -1
    * Bei der Schlussbewegung, NACH DEM RELEASE, den rechten Fuss natürlich folgen lassen

ALLGEMEINES:
Der Trainer sollte bei der Erklärung der Drills immer darauf achten, dass er diese mit wenigen Worten erklärt. Er sollte den Spielern die wichtigsten Punkte nennen und auch immer das „Warum“ erklären, denn wie soll ein Spieler sonst die richtige Technik verinnerlichen, wenn er sie nicht versteht?! Den Spielern muss klar werden, dass es sich nicht lohnt sich den Arm „rauszuwerfen“ und alle Übungen bewusst durchführen.


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